Horizontales Stockwerkeigentum

Der Gesetzgeber ist bei Erlass des Stockwerkeigentumsrechts vom klassischen, horizontalen StWE ausgegangen. Konstruktive Grundlage für diese Art der StWE-Bildung ist die typische Mehrfamilienhaus-Situation, wo für einzelne Wohnungen Sonderrechte gebildet werden und die äusseren bzw. inneren Erschliessungsanlagen gemeinschaftliche Teile bilden.

Begriff / Erläuterung

  • Beim „horizontalen StWE“ ist das Gebäude in horizontal in StWE-Einheiten eingeteilt

Anwendungsfälle:

MFH-Neubauten

    • üblich und verbreitet

MFH-Umnutzungen

    • Nur empfehlenswert, wenn das Gebäude, welches für Mietwohnungen errichtet wurde, in allen Teilen gehobene Standards enthält (Trittschall, Sanitarische Einrichtungen (Ringwarmwasser-Leitung uam), es sei denn es werde umgebaut und der StWE-Standard nachträglich hergestellt

Sonderausgestaltungen

  • Maisonette-Wohnungen
    • Vorteile für Ausnützung, da Innenerschliessung des oberen Stockwerks, meist mit Wendeltreppe, vom StWE-Käufer nicht als Wohnflächenreduktion wahrgenommen wird
  • Apparthotels
    • Vorteile: diverse inhouse-Nutzungen bei gleichzeitiger Möglichkeit der Sonderrechtsberechtigten, die Räume innen auszubauen und sich in Timesharing-Verhältnissen zu organisieren
  • Seniorenresidenzen (mit Serviceangebot Verpflegung, Pflege, Klinik, Kinoräumen, Sporteinrichtungen., Einkaufsläden usw.)
    • Vorteile: diverse inhouse-Nutzungen für weniger mobil gewordene Nutzer, trotz gehobenen Standards (Substituierung von Alters- und Pflegeheimaufenthalten, für Personen, die es sich leisten können)
  • StWE-Einheiten für inhouse-Wohn- und Gewerbenutzung (für Kleingewerbler, zB EG Gewerbe, 1. OG Büro und 2. OG Wohnen)
    • Vorteile für Gewerbler-Ehepaare mit Kindern und moderner Lebensgestaltung
  • Gewerbehäuser mit Aussenvorfahrt auf jedem Geschoss
    • Vorteile: Anlieferungs- und Abholungsvorteile für Kuriere, Lieferanten uam (keine Warenlifte mit Zugangs- und Platzproblemen; Vorfahrtslösung usw.)

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